Mit Bootstrapping aus eigener Kraft ein Startup gründen 

Bootstrapping ist einer der besten Wege um ein verkaufsorientiertes StartUp zu bauen. Ein StartUp, das seine Produkte oder Services frühzeitig an den Markt bringt. Ein Lean StartUp. Ein StartUp dessen Team früh den Nutzer bzw. den Kunden fragt, was er von dem Produkt oder dem Service hält. 

Viele StartUps verlieren sich in der Produktentwicklung, ohne einmal mit möglichen Kunden gesprochen zu haben. Oder noch besser, ohne einmal mit bestehenden Kunden gesprochen zu haben. Stattdessen wird entwickelt und entwickelt unter der Illusion, man könne das perfekte Produkt oder den perfekten Service schaffen, ohne mit dem Kunden zu sprechen.

Bootstrapping hingegen zwingt das Gründungsteam, sich sehr früh darüber Gedanken zu machen, wie man das Produkt oder den Service an den Mann bringt und dabei eine Marge verdient. Denn wer bootstrappt, möchte sich aus dem eigenen Cashflow finanzieren und expandieren.

Letztendlich braucht jedes StartUp Geld. Geld ist der Treibstoff für Dein Business. Wenn Du bootstrappst, dann holst Du Dir das Geld von Anfang an bei Deinen Kunden.

Bootstrapping hat viele Vorteile.

Und einer der wichtigsten ist, dass Bootstrapping das Tool ist, um ein verkaufsorientiertes StartUp zu bauen.

Eine Bootstrapping-Orientierung hilft Dir verkaufsorientiert zu denken, zu handeln und Dich nicht in Details zu verlieren.

Das Bootstrapping-Mindset

Wenn Du bootstrappst, dann gilt: Funktionalität vor Schönheit.

Was Du baust, muss vor allem eines: Es muss seinen Zweck erfüllen. Im Falle des verkaufsorientierten StartUps muss Dein gebootstrapptes StartUp vor allem eines können – verkaufen und dabei das Versprechen gegenüber dem Kunden einhalten.

Wenn Du kein Kapital aufnimmst, dann musst Du sehr früh daran arbeiten Cash reinzuholen, durch erste Verkäufe oder auf anderen Wegen.

Und wenn Du sehr früh Cash reinholen musst, dann musst Du auch sehr früh abwägen, wie Du Dein Minimum Viable Product gestaltest und was Dein konkretes Angebot an den Kunden sein soll. Die drei Fragen die ich mir stelle, wenn ich einen Kauf in Erwägung ziehe sind:

  • Was bekomme ich geboten?
  • Was kostet es?
  • Wo kann ich bezahlen?

Klärst Du diese Fragen für Deine Interessenten relativ schnell, dann hast Du schon den ersten Schritt hin zur Verkaufsorientierung gemacht.

Wenn Du Dein StartUp bootstrappen möchtest und nicht ewig Zeit hast um auf die ersten Einnahmen zu warten, dann solltest Du Geschäftsmodell in Erwägung ziehen bei denen Du Deinen Kunden ziemlich schnell ein entsprechendes Angebot machen kannst:

  • Ich biete Dir X
    • Kundennutzen 1
    • Kundennutzen 2
    • Kundennutzen 3
    • Es kostet Y
    • Hier klicken zum Bestellen!

Wenn Dein gebootstrapptes StartUp ein Angebot machen und erfüllen kann und dann noch schafft die ersten Kunden reinzuholen, dann bist Du schon gut dran.

„Wer bootstrappt muss schneller verkaufen“

Wenn Du nichts verkaufst, wird Dir früher oder später das Geld ausgehen. Der Zeitpunkt von heute bis zu dem Tag an dem Deinem StartUp das Geld ausgeht, ist Deine Startbahn. Mit jedem Tag der vergeht an dem  Dein StartUp oder Du keine Einnahmen aber Ausgaben hat, kommt das Ende der Startbahn Dir ein Stück näher. Am Ende der Startbahn ist eine Klippe. Wenn Du bis dahin nicht abhebst….

Was kannst Du also tun, um bis zum Ende des Runways in der Luft zu sein?

Die Antwort ist: Verkaufen!

Verkaufen ist den meisten von uns nicht angeboren. Leute direkt zu überzeugen, dass sie das eigene Produkt kaufen, ist für die meisten von uns nicht super natürlich.

Mit Bootstrapping bleibt Dir nichts anderes übrig, als von Anfang nach Kunden zu suchen. Bootstrapping zwingt Dich aus der Komfortzone.

  • Wo vermutest Du Deine Kaufinteressenten?
  • Auf welchen Kanälen könntest Du Deine Zielgruppe / Kaufinteressenten erreichen?
  • Wer hat jetzt schon Kontakt zu Deiner potentiellen Zielgruppe?
  • Wie kannst du Deine Zielgruppe am besten ansprechen?
  • Wie kommunizierst Du am besten die Kundenvorteile, die Dein Produkt / Service bereithält?
  • Was macht Dein Produkt einzigartig?

Wenn Du ein Angebot gebaut hast, dann ist es Deine Aufgabe ‚da raus‘ zu gehen und Deine Zielgruppe anzusprechen. Dabei muss Dein Angebot natürlich nicht immer direkt ein Verkaufsangebot sein.

Du könntest Deine Zielgruppe auch mit dem Ziel ansprechen, sich bei Dir in die Newsletterliste einzutragen. Dann kannst du über diese Liste später Dein Angebot direkt adressieren, nachdem Du eine Beziehung aufgebaut hast.

Bootstrapping nach dem ersten Verkauf

Wenn Du Deinen ersten Verkauf abgeschlossen hast, dann ist das oft ein richtiger Boost für das Selbstbewusstsein. Es gibt zumindest eine Person, die meine Angebot so gut findet, dass sie das Produkt kauft.

Jetzt ist die Frage, wie Du Deinen zweiten und dritten Käufer findest.

Bei der Beantwortung dieser Frage hast Du den Vorteil, dass Du jetzt zumindest schon einen Kunden hast, von dem Du lernen kannst.

Jetzt musst Du für Dich herausfinden, mit welchen Strategien und auf welchen Kanälen Du wider und wider neue Aufträge rein holen kannst. Wie kannst Du nochmal und nochmal an Deine Bestandskunden verkaufen und was kannst Du Deinen Bestandskunden mittelfristig noch anbieten, was ihr Leben leichter machen könnte?

Und vermutlich wirst Du einen Teil Deiner ersten Einnahmen in die Expansion reinvestieren. Welcher Teil des Marketings kann mit den ersten Einnahmen ausgebaut werden? Wie kannst Du mit dem Euro den Du gerade verdient hast, zwei weitere verdienen?

Fazit:

Selbst für StartUps für die Cash erstmal keine Rolle spielt, weil sie die Taschen voller Scheine haben, kann der Bootstrapping Ansatz Sinn machen.

Warum? Er reduziert enorm das Risiko, dass man das Geld nur zum Fenster raus wirft und am Ende komplett ohne etwas dasteht.

Bootstrapping legt den Fokus auf das Verkaufen und das schnelle Testen von Geschäftsideen.

Anstatt ohne Kundenkontakt vor sich hin zu werkeln, wird der Fokus von Anfang an auf Kundeninteraktion und Geschäftsmodellvalidierung durch Verkäufe gelegt.

Bootstrapping geht nicht bei jedem Unterfangen.

Atomkraftwerke lassen sich nicht bootstrappen.

Viele Ideen lassen sich jedoch mit Bootstrapping und der damit verbundenen Verkaufsorientierung umsetzen.

Bootstrapping ist somit kein Manko oder Gründen für Arme, sondern hat einen absolut praktischen Nutzen und macht Dich und Dein StartUp besser.

 

 

 

 

Bild: isRough Meztapha