Wie Du Dich und Dein Business unabhängig machst

Eine der ganz grundlegenden Fragen, die zum Start in die Selbständigkeit oder beim Aufbauen neuer Projekte anstehen, steht ganz abseits jeglicher Fachfragen und Planungsdetails. Sie lautet:

Warum mach´ ich das eigentlich?

Was treibt Dich also an, ein bestimmtes Projekt zu verfolgen, welche Motivation steckt dahinter?

Ist es der Wunsch, etwas besonderes zu erschaffen, ist es der Wunsch aus dem beruflichen Hamsterrad auszusteigen, ist es der Wunsch anderen Menschen zu helfen, oder ist es der Wunsch nach viel Geld?

Die Liste an unterschiedlichen Motivationen ließe sich hier noch um einige Punkte fortsetzen, und oft ist es sicher auch eine Mischung aus verschiedenen Beweggründen, die den einzelnen in neue Projekte aufbrechen lassen. Was aus meiner Erfahrung jedoch fast allen Selbstständigen, und vor allem Online-Unternehmern gemein ist, ist das Streben nach Unabhängigkeit.

Und so geht es mir auch, weshalb ich beim Relaunch meines Blogs AUTAAK.de jetzt einen besonderen Fokus auf eben dieses Thema gelegt habe.

Unabhängigkeit im Online-Business ist sozusagen das Leitmotiv, die Klammer für alle Inhalte meines Blogs geworden.

Doch was heißt Unabhängigkeit eigentlich im Business-Kontext?

In meinen Augen zeigt sich Unabhängigkeit hier in ganz bestimmten Ausprägungen, die damit auch über unterschiedliche Wege erreichbar sind. In diesem Post werde ich daher ebendiese Arten von Unabhängigkeit zeigen, die für Online-Unternehmer wichtig sind, und wie Du Dir diese Unabhängigkeiten erkämpfen kannst.

Bootstrapping: Mach´ Dich unabhängig von Kapital!

So reizvoll es auch anfangs aussehen mag, mit Unsummen fremden Geldes herumzujonglieren – ein guter Weg in die Unabhängigkeit ist dies nicht unbedingt.

Denn Business-Angels oder Venture-Capital-Gesellschaften, die Dein Business finanzieren, machen dies nicht allein, weil sie so gern schöne Projekte fördern. Diese Jungs wollen – wer mag es ihnen verdenken – am Ende Kohle sehen, und zwar viel.

Das wäre an sich auch kein Problem, wenn Dein Startup wie eine Rakete durch die Decke geht. Geht es das nicht, hast Du ein Problem. Deine Unternehmensanteile können ausgedünnt werden, und auch inwieweit Du selbst noch das Ruder in der Hand haben wirst, stünde zur Debatte.

Doch fraglich ist nicht nur, ob Du Dich diesen Risiken aussetzen willst, sondern ob Du das fremde Geld überhaupt brauchst, selbst wenn Du Dein Projekt wirklich groß machen willst.

Ich behaupte: Bei immer mehr Geschäftsmodellen ist externes Kapital keineswegs zwingend nötig. In den letzten Jahren ist im Online-Bereich ein wahnsinniges Ökosystem aus Bausteinen für virtuelle Infrastrukturen entstanden. Diverse Anbieter von praktischen Tools und nützlichen Services stehen für Dich bereit, um sie in Deine individuelle Business-Infrastruktur zu integrieren.

Wo Du früher noch große Investitionen in Software etc. stemmen musstest, kannst Du heute etliche Unternehmensfunktionen für ein paar Euro monatlich buchen.

Und auch musst Du Dir zum Start keinen teuren Personalstamm zulegen. Arbeite bei den Dingen, die Du brauchst, einfach mit Freelancern oder virtuellen Assistenten zusammen. Plattformen, um sich mit solchen Fern-Mitarbeitern zu verknüpfen, gibt es inzwischen wahrlich genug.

Virtuelles Büro: Mach´ Dich ortsunabhängig!

Und damit kommst Du auch gleich zur nächsten Facette der unternehmerischen Unabhängigkeit: Die Ortsunabhängigkeit mittels einer virtuellen Infrastruktur.

Überlege genau, welche Komponenten für Dein Business überhaupt nötig sind. Und dann stelle Dir dazu ein Set aus Tools und Dienstleistern zusammen, so dass Deine Prozesse funktionieren. Sei es Online-Marketing, Rechnungsstellung, Projektmanagement oder, oder oder – für all diese Bereiche gibt es immer neue Online-Tools, die Dir helfen, Dein Business in einer smarten Struktur zu kreieren.

Du musst natürlich auch kein teures Büro in der Stadt und auch kein hässliches in irgendeinem Gewerbegebiet anmieten. Fang´ einfach im Homeoffice an, oder miete Dir tages- oder monatsweise den erforderlichen Raum in einem Coworkingspace. So bist Du nicht nur an keinen Ort gebunden, sondern hältst auch Deine Fixkosten im Rahmen.

Marketing und Auftragsbearbeitung: Mach´ Dich unabhängig vom Kunden-Hamsterrad!

Wenn irgendwo von Selbständigkeit die Rede ist, fällt schnell der Spruch vom „selbst und ständig“. Meist geäußert von Leuten, die noch nie selbständig waren oder von Selbständigen, die es nicht anders kennen: Man macht alles selbst, und das ständig.

Diese Art von Selbständigen ist permanent auf der Suche nach Kunden und versucht mit einzelnen Marketing-Aktionen auf sich aufmerksam zu machen. Gleichzeitig drücken Deadlines von laufenden Aufträgen, so dass nicht selten 60- bis 80-Stunden-Wochen dabei herauskommen.

Wenn das die Verheißung der Selbständigkeit sein soll, dann gute Nacht! Denn dies ist nichts anderes, als ein Hamsterrad, das ewig mühsam in Schwung gehalten werden will.

Sich hiervon unabhängig zu machen, ist sicher eine der anspruchvollsten Aufgaben, denn sie ist nicht im Handumdrehen realisierbar und umfasst das Aufbauen von Strukturen und Prozessen zur Organisation des kompletten Betriebes. Aber sie lohnt sich immer.

Auf der Seite der Kundenakquise darfst Du Dich also nicht auf kleine Marketing-Strohfeuer wie einmalige Pressemeldungen oder Sonder-Aktionen verlassen, sondern musst Dir durch diverse Testläufe feste Marketing-Kanäle etablieren, die einen dauerhaften Strom an Kunden herbeiführen. Gerade einem Online-Business stehen dafür jedoch beispielsweise mit Blog-Marketing, Newsletter-Marketing, Adwords, Facebook-Ads usw. eine ganze Reihe an Möglichkeiten zur Verfügung. Diese gilt es nach und nach zu testen, um dann einzelne davon feinzujustieren.

Und beim Part der Auftragsbearbeitung sind schlichtweg Delegation und Organisation gefragt. Du musst nicht alles selbst machen. Recherchiere, ob es spezialisierte Diensleister gibt, die Teile Deiner Auftragsbearbeitung übernehmen können, zum Beispiel die Logistik oder die Produktion. Binde diese Partner als feste Bestandteile Deiner Struktur in Dein Business ein.

Okay, das klingt einfacher als es ist. Nur zahlt sich in meinen Augen jede Minute, die Du in den vorsichtigen Aufbau dieser Strukturen investierst, am Ende für Dich aus in Form von zeitlicher Freiheit.

Deine eigenen Maßstäbe: Mach´ Dich unabhängig von Konventionen

Jetzt mal ganz abgesehen von Strukturen, Prozessen, Umsätzen, Marketing und allen anderen für Dein Business relevanten Themen: Mit welchem Stil würdest Du eigentlich am liebsten Dein Business betreiben, mit welcher Haltung?

Hast Du Dich vorher (oder aktuell) in einem Konzern oder in irgendeinem Nullachtfuffzehn-Unternehmen mit den Strombergs dieser Welt rumgeschlagen? Hast Du einfach die Schnauze voll von muffigen Großraumbüros, nichtsnutzigen Meetings und nerviger Konzernpolitik?

Yes! Dann lass´ diesen Part doch, wo er hingehört – in der Vergangenheit. Nutze die Gelegenheit, und setze Deine eigenen Maßstäbe. Arbeite so, wie Du am besten arbeiten kannst. Arbeite mit den Leuten, die Dir passen. Gestalte Dein Arbeitsumfeld nach Deinem Gusto.

Das ist selbstverständlich keine unbedingte Voraussetzung für ein erfolgreiches Business, aber das Ausleben dieser Art von Unabhängigkeit bringt einfach Motivation. Und warum solltest Du es nicht machen, wenn Du es kannst?

Fazit

Auf dem Weg zur Unabhängigkeit für Dich und Dein Business liegen eine Menge Stolpersteine, die es wegzuräumen gilt. Doch das Ziel der Unabhängigkeit vor Augen wird Dich auf dem Weg dorthin motivieren, und gleichzeitig Dein Business erfolgreicher machen.

Bau´ Dein Projekt so smart auf, dass Du ohne Fremdkapital loslegen kannst. Halte Deine Strukturen so leicht und flexibel, dass Du Dein Business ortsunabhängig betreiben kannst. Sorge für feste Marketingkanäle, und lerne zu delegieren, damit Du aus dem Hamsterrad der Akquisetouren und Auftragsbearbeitung aussteigen und Dein Business weiterentwickeln kannst, quasi von außen im Sinne eines Gestalters

Und: Setze Deine Maßstäbe. Genieße das Unabhängigsein von Konventionen, und mach Dein Ding, so wie es für Dich passt!

 

 

Thorsten KucklickDies ist ein Gastbeitrag von Thorsten Kucklick. Thorsten ist Gründer von meinspiel.de und ultrapress. Auf seinem Blog autaak.de schreibt er über Unabhängigkeit für dein Online-Business.

 

 

 

 

Bild: Hus-online.net