Ich bin in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der es immer um mehr geht. Mehr Geld, mehr Karriere, mehr Aufmerksamkeit. Mehr Spaß und mehr „Erfolg“. Auf dem Weg des Erwachsenwerdens hat einem immer irgend jemand gesagt, was es heißt erfolgreich zu sein.

„Mach ein gutes Abi, sonst bekommst Du später keinen guten Job.“ und diese Art von direkten oder indirekten Hinweisen, Fingerzeigen, zum Erfolg. Die meisten Menschen bekommen, manche mehr und manche weniger, gesagt, was es heißt erfolgreich zu sein. Das Problem damit: Es ist nicht Dein Erfolg, weil Du Dir nicht ausgesucht hast, was erfolgreich sein für Dich bedeutet. Stattdessen hast Du einen Haufen gesellschaftlicher Werte und Muster adoptiert. Du hast Dir fremde Standards für Erfolg übergeholfen und kannst nun deine Lebenszeit damit verbringen der sprichwörtlichen Möhre hinterherzurennen oder die sprichwörtliche Peitsche zu spüren. 

Natürlich nur die sprichwörtliche, da Du Dir selbst wahrscheinlich genug inneren Druck machst, als dass es einer äußeren Peitsche bedürfte.

Die relative Wahrnehmung von Erfolg

Die Wahrnehmung von Erfolg ist relativ. Nachbarn vergleichen sich miteinander. Kommilitonen vergleichen sich miteinander. Wohin man auch kommt, es wird verglichen. Das kennen wir so aus der Schule. Das kennen wir so vom Job. 

Wenn Dein Erfolg relativ ist, dann hängt er vom Erfolg oder Misserfolg anderer ab. 
Wenn Deine Kommilitonen schlechtere Noten schreiben als Du, dann bist Du „erfolgreicher“, wenn sie bessere schreiben, dann bist Du weniger erfolgreich (im Studium). 
Wenn Du mehr verdienst als die anderen auf Deiner Arbeit, bist Du erfolgreich. 
Aber vermutlich musst Du nur in ein anderes Land ziehen oder in einen anderen gesellschaftlichen Zirkel kommen und schon bist Du nicht mehr erfolgreich, weil Du von anderen „Überflieger/innen“ umgeben bist. 

Wenn Du Dein Selbstgefühl von diesem „relativen“ Erfolg abhängig machst, dann steht Dein emotionales, mentales Wohlergehen auf wackligen Beinen. 

4208774843_576a516d75Immer wenn andere „besser“ sind als Du, bist Du automatisch weniger „erfolgreich“. Egal wie „gut“ es Dir objektiv gehen sollte. Du kannst ziemlich am Boden zerstört sein. Dich als Loser fühlen. Versagensängste haben. 

Für Entrepreneure gilt genau das Gleiche. Wenn Du nur erfolgreich bist, wenn Du Deine Firma für mehr Geld verkaufst als jemand anderes oder ein höheres Einkommen erzielst, als andere Unternehmer/innen die Du kennst, dann bist Du immer von anderen „abhängig“, da Dein Erfolg immer nur relativ ist, abgeleitet vom Erfolg der anderen. 

Aber es gibt auch einen anderen Weg.

Absoluter Erfolg – Erfolg nach deinen eigenen Maßstäben

Die Alternative dazu die Bewertung davon, ob Du erfolgreich bist oder nicht von anderen abhängig zu machen, ist Deine eigenen Maßstäbe für Erfolg zu setzen.

Das schwierige daran: Du musst erstmal wissen, was Deine eigenen Maßstäbe sind. Du musst in dich gehen und herausfinden, was Dich glücklich macht, was für Dich persönlich erfolgreich sein bedeutet und Du musst überprüfen, ob Du nicht doch die Maßstäbe anderer übernommen hast, ohne Dir darüber im Bewussten zu sein. 

Für mich gibt es ein paar Indikatoren dafür, ob ich erfolgreich bin oder nicht. Die haben viel damit zu tun, wie ich mir Ziele setze und natürlich damit, was mir persönlich wichtig ist im Leben. Einige der Indikatoren sind: 

  • Fühle ich mich gesund und fit?
  • Bin ich im inneren Gleichgewicht und im Frieden?
  • Habe ich Spaß?
  • Nehme ich mich selbst nicht zu ernst und kann über mich lachen?
  • Gebe ich Wert nach außen und kreiere Produkte oder Services, die anderen helfen?
  • Habe ich genug Geld um mich frei bewegen zu können und Freunde oder Familienmitglieder einzuladen?
  • Habe ich genug Zeit um mir einen Tag in der Woche komplett frei zu nehmen, zum Lesen, Schreiben oder einfach nur zu sein?

Das sind einige Indikatoren für mich, ob ich gerade „erfolgreich“ bin.Die Liste ist natürlich nicht vollständig. 
Das Gute an dieser Liste ist, dass mein Selbstwertgefühl und meine Wahrnehmung darüber, ob ich erfolgreich bin oder nicht, nicht oder kaum von anderen abhängt. Ich gestehe mir selbst zu erfolgreich zu sein, unabhängig davon was andere als Erfolg betrachten. 
Aber das ist nur die eine Seite. Genauso wie ich für mich definiere, was es für mich heißt erfolgreich zu sein, gestehe ich das auch anderen zu. Sprich, wenn einer meiner Freunde den Erfolg in der Million auf dem Konto sieht, dann ist das gut für ihn – solange er sich diesen Maßstab des Erfolgs selbst gesetzt hat. Sonst wird ihn der Erfolg nach den Maßstäben anderer irgendwann unglücklich machen.

Lass Dir nicht von anderen erzählen, was es heißt erfolgreich zu sein

CL Society 49: WhisperingLetztendlich läuft es darauf hinaus, dass Du Dein Selbstwertgefühl aus Dir selbst heraus schöpfst, zumindest zu einem großen Teil. Ansonsten bist Du immer auf das Lob anderer angewiesen, um dich gut zu fühlen. Sch**ß drauf. Mach einfach DEIN Ding.


Im Business und mit Deinem StartUp genauso wie im Leben. 

Wenn Du immer nur auf schon vorbereiteten Pfaden läufst, und das gilt für Deine Ziele und Deine Maßstäbe für Erfolg genauso wie dafür wie Du Dein Leben planst und in Angriff nimmst, wirst Du höchst wahrscheinlich enttäuscht sein. 

Beispiel: Nach der Definition vieler wäre ich ziemlich Mittelmaß. 

  • Ich scheitere ständig in Vorhaben
  • Erreiche meine Ziele oft nicht
  • Ich mache Rechtschreibfehler ohne Ende
  • Mir fällt es schwer mich lange auf eine Sache zu konzentrieren
  • Ich mache ununterbrochen „dumme“ Dinge, von denen mir meine Bekannten, Verwandten, Freunde und Partner abraten. 

Ich könnte die Liste noch den ganzen Tag fortführen. 
Aber Tatsache ist: Trotz meiner Mittelmäßigkeit, meiner Fehler und Niederlagen fühle ich mich erfolgreich. Nicht weil ich alles erreicht habe, was ich erreichen will. Oder weil ich ein besonders toller Mensch Typ wäre. Sondern einfach weil ich meinen eigenen Maßstäben für Erfolg gerecht werde oder es zumindest immer versuche. Diese Maßstäbe haben nur begrenzt etwas mit finanziellem Erfolg zu tun, sondern vor allem mit Erfolg im und beim Leben. Ich habe sie mir ausgesucht und ich FÜHLE und SPÜRE, dass sie mir gut tun. 

FAZIT: 

Ich weiß, eigentlich geht es auf dem Blog um StartUps und nicht so sehr um Philosophie. Aber letztendlich hat Dein Business und Projekt auch immer etwas mit Dir und dem was Du im Leben machen und „erreichen“ möchtest zu tun. Deswegen ist einer meiner Tipps: Suche Dir etwas, was Dir Spaß macht, was Du gut kannst, was Deinen eigenen Ansprüchen und Erwartungen gerecht wird. 
Es haben sich schon zu viele Menschen unglücklich gemacht, weil sie versucht haben den Standards und Maßstäben anderer Genüge zu tun. Das musst Du nicht machen. Auch wenn es nicht einfach ist, sich davon zu lösen. 

Du hast das Recht und die Möglichkeit, Deinen eigenen idealen Lebensstil zu schaffen und Dein Projekt oder Business so aufzustellen, dass es Dir keine Last wird, sondern Dir hilft Dich selbst zu verwirklichen. Dabei wünsche ich Dir von Herzen viel Erfolg. 

Welche Maßstäbe anderer hast Du schon von Dir abgeschüttelt? Und was sind Deine eigenen Maßstäbe für Erfolg?
Ich freue mich auf Deinen Kommentar. 

Cheers aus Indien
Thomas

Bild: Francisco Osorio / Bild: mark sebastian / Bild: Juliana Coutinho