Heute gibt es einen Gastbeitrag von Robin. Robin hat so EINIGES studiert, hat sich durchs Hamsterrad gequält, ist letztenendes dann doch in die Selbstständigkeit „geflüchtet“ und ist jetzt zufriedener denn je.

Aber das erzählt er dir besser selbst, deshalb gebe ich hiermit das Wort an dich lieber Robin.

So viel, wie ich studiert habe, müsste ich eigentlich die Uni verteidigen – schauen wir mal:

  • BA in Kommunikationsmanagement (Köln)
  • MSc in Sustainable Development (London)
  • MSc in International Management (Mannheim/Stuttgart)

Das sind 6 Jahre, 3 Abschlussarbeiten, unzählige Prüfungen und Essays und natürlich eine Menge Geld für die Ausbildung.

Die Geschichte eines Studier-Abhängigen

Wieso habe ich angefangen zu studieren?

Nach der Schule hatt ich keine Ahnung, was ich machen wollte. Keine Vision, keine klaren Jobziele. Ich habe die Leute beneidet, die schon mit 5 Jahren Tierarzt werden wollten und es dann auch durchgezogen haben. Ich dachte nur, dass ich irgendwas studieren muss, auch weil mein Umfeld das von mir erwartet hatte (jedenfalls dachte ich das damals). In meinem Kopf gab es einfach keine Alternative.

So absurd es auch klingen mag: Ein Werbeplakat in der Münchner U-Bahn hat die Entscheidung letztenendes für mich gefällt. Mit großen Buchstaben stand dort damals „Werde Kommunikationsmanager und verändere die Welt“ . „Okay!“, dachte ich mir und wenige Wochen später war ich dann in Köln eingeschrieben. (Die Geschichte darf man natürlich in keinem Bewerbungsgespräch erzählen)

Wieso habe ich einen Master gemacht?

Werbung war ein großer Teil meines Studiums. In dieser Zeit war ich für 6 Monate in Neu Delhi für ein Praktikum in einer großen Werbeagentur. Ich hatte aber Zweifel, ob ich in diesem Berufsfeld Karriere machen wollte. Werbung für Hundefutter und Pepsi zu machen, passte so gar nicht in mein Weltbild. Ironischerweise, war es auch noch außgerechnet Werbung, die mich zu diesem Studium geführt hatte.

Schon sehr früh, haben mich Fragen rund um das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. So kam es, dass ich mich für eine Änderung der Studienrichtung (weg von Werbung) und zu einem Master in Sustainable Development in London eingeschrieben habe.

Den ersten Master abgeschlossen…Wieso habe ich dann noch einen Master gemacht? HELP!

Noch einen Master?! Ja, ich wollte Nachhaltigkeit und Business miteinander verknüpfen, um etwas bewegen zu können. Nebenbei konnte ich Arbeitserfahrung in einem großen Konzern gewinnen, da es ein berufsintegriertes Studium war.

Der innere Kampf etwas anderes zu wollen

3395943293_02efdbe219_zWährend und nach dem Studium, habe ich für einige Jahre in einem Großkonzern und für Startups gearbeitet. Was habe ich gelernt? 9-5 passt einfach nicht zu meiner Natur, da war ich mir sicher. Mir wurde klar: Ich wollte unbedingt und mit ganzer Kraft meine eigenen Projekte gestalten.

Der Gedanke hat mich jahrelang auf dem Weg zur Arbeit, auf der Arbeit und nach der Arbeit begleitet – eher bedrückt. Das war und ist der Treiber meiner Motivation – aus eigener Kraft etwas erreichen und unabhängig sein!

Trial and Error – the more you fail, the better you become

Die 3 Jahre 9-5 waren eine harte, aber lehrreiche Zeit, für die ich heute sehr dankbar bin. Nach der Arbeit und an Wochenenden habe ich immer an neuen Ideen gearbeitet, um den Absprung aus dem Hamsterrad zu schaffen. In dieser Zeit habe ich 5 Start-up Projekte gegen die Wand gefahren. Ich habe versucht Vorlagen im Internet zu verkaufen, Fotos auf Leinwänden und noch ein paar anderer peinlicher Ideen (möchte ich hier lieber nicht nennen :).

Ich stand mehrmals kurz davor aufzugeben, habe aber immer weiter gemacht. Der Drang aus dem Hamsterrad auszubrechen war einfach zu groß.

Heute habe ich verstanden: Ohne die ganzen Fehlschläge, wäre ich heute niemals ein erfolgreicher Entrepreneur. Gründergeist und Selbständigkeit kann man nur zu 20% lernen – die anderen 80% bekommt man nur durch Aktivität und Anwendung.

Mein Tipp: Egal ob du Student, Angestellter oder Schüler bist. Versuche so früh wie möglich dich an eigenen Projekten auszuprobieren. Um so schneller du scheiterst, umso schneller wirst du erfolgreich!

Anti-Uni oder doch Pro-Uni?

Wo wäre ich heute ohne das Studium? Ehrlich gesagt ich weis es nicht! Und es ist auch egal (wie Ben auch schon sagt), da jeder den eigenen Weg finden muss.

Für das, was ich heute als Gründer mache, brauche ich kaum die Skills aus Schule und Studium.

Persönlich bin ich trotzdem froh die Reise gegangen zu sein. Ich habe gelernt, was ich NICHT machen will, nämlich einen 9-5 Job.

Auch habe ich überhaupt erst während meines Studium, meinen Co-Founder kennengelernt. Diese Freundschaft möchte ich nicht mehr missen, wir pushen uns immer wieder zu großen Erfolgen. Wahrscheinlich hatte ich damals auch nicht die Reife, um so ein Business auf die Beine zu stellen. Aber damals, sah die Welt des Internets noch ganz anders aus. Ich bin glücklich darüber, wohin mich meine Reise geführt hat. Egal ob mit oder ohne Studium.

 

Was mich jetzt brennend interessiert: Wie sieht dein Weg in die Freiheit aus?

 

robin pratapÜber Robin:

Hi, ich bin Robin, komme aus Dresden und bin Co-Founder von ASANAYOGA.DE. In meinem  Start-up bin ich Master of Desaster für IT, Online/Content Marketing, Design und Usability. Ich mag es an verschiedenen Orten der Welt zu leben (und zu arbeiten) und bin fasziniert von Entrepreneurship und Yoga. Schon bald möchte ich mit Virgin Galactic in den Weltraum fliegen. Und ich bin ein echter Geek und Star Trek Fan!

 

 

Bilder:  laffy4k und  Vivo o morto....questa è la regola del combattimento