Für wen ist das Idea Camp interessant?
All denen, die in ihrer derzeitigen Tätigkeit unzufrieden sind, nach einem Ausweg aus dem täglichen Trott suchen, keine oder diffuse Ideen haben, was sie vielleicht statt des momentanen Jobs lieber täten und die mit dem Gedanken gespielt oder auch noch nie erwogen haben, sich selbstständig zu machen, empfehle ich, beim Idea Camp mitzumachen.
All denen, die ihren Job einzig als notwendige Geldeinnahmequelle sehen, sich nie oder nur in Momenten des Frustes angesichts des täglich wiederkehrenden Job-Einerleis kurz Gedanken über eine mögliche Veränderung gemacht haben oder glauben, das Leben finde eben nur nach Büroschluss und im Urlaub statt, empfehle ich ebenso, beim Idea Camp mitzumachen.
Warum ich teilgenommen habe
Ich gehör(t)e zur ersten Kategorie und bin schon lange auf der Suche nach einer Möglichkeit, meinen Lebensunterhalt mit den Tätigkeiten zu bestreiten, die mir Spaß machen. Ich habe viele Interessen (Lesen und Literatur, Tanzen und ins Nachtleben abtauchen, Design, Kunst und etwas mit den Händen machen, Reisen und Dinge ausprobieren, die ich nie zuvor gemacht habe), aber keine Ahnung, wie ich das, was ich gerne mache, dazu nutzen könnte, Geld zu verdienen. Diverse Weiterbildungsmaßnahmen und Coachings warfen mich immer wieder zurück in den Büroalltag und das Leben nach dem späten „Feierabendgong“. Mich neuen Herausforderungen stellen, dazulernen, meinen Horizont erweitern, spannende Erfahrungen machen – all das ist begrenzt auf das Zeitfenster, das nach Büroschluss vom Tag übrigbleibt. Das ist sehr schmal.
Bei meinen Recherchen nach möglichen Alternativen zur momentanen Gleichförmigkeit (ja, auch Grafik-Designer leiden daran) stieß ich über das Stichwort „Geschäftsidee“ auf das Idea Camp. In drei Tagen zum eigenen Start-up inklusive Ideenfindung. Eine Step-by-Step-Vorgehensweise: Wie man diese „gefundene“ Idee zunächst auf den kleinsten, wesentlichen Kern reduziert, sie dann auf den weit greifendsten Umfang multipliziert. Wie man Möglichkeiten findet, Arbeitsabläufe auszulagern und zu automatisieren. Wie man am Ende des Prozesses einen Plan erarbeitet hat, der einen in die Lage versetzt, mit zeitbegrenzter aber effizienter Arbeitsweise Freiraum im Kopf und auf zeitlicher Ebene zu schaffen. Um dann die Dinge machen zu können, die einem den meisten Spaß im Leben bringen. Mir wurde hier genau das angeboten, wovon ich schon lange geträumt habe!
Donnerstag Abend – Kennenlernen
Das Idea Camp hatte sein erstes Lager in einem italienischen Restaurant nahe der Friedrichstraße in Berlin aufgeschlagen. Ob die Idea Camp-Macher den Ort wegen seines viel versprechenden Namens „Via Nova II“ ausgewählt haben, bleibt ungewiss, wegbereitend war dieses erste Zusammenkommen einander bis dato unbekannter Menschen in jedem Fall. Etwas aufgeregt war ich schon, als ich das Lokal betrat, da ich der Chance ins Auge blickte, mit den fünf Idea Camp-Veranstaltern (davon eine Frau) und den 14 anderen Teilnehmern (davon – mich eingeschlossen – drei Frauen) mein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen.
Nachdem alle mit Getränken versorgt waren, stellten sich die Anwesenden inklusive des Idea Camp-Teams kurz vor. Die Teilnehmer vereinten in sich Know-how aus den Bereichen BWL, IT, Programmierung und aus selbstständiger Tätigkeit in unterschiedlichsten Bereichen. Ein Pianist, eine Ethnologin und ich als Grafik-Designerin rundeten das Spektrum ab. Die Altersspanne umfasste junge 20er bis späte 40er.
Beim reichlich portionierten, italienischen Essen und zwanglosen Unterhalten lernte ich die anderen Mitstreiter und auch die Leute vom Idea Camp dann im Verlauf des Abends etwas näher kennen. Speed-Dating ähnliche Gesprächsrunden sorgten für einen regen Austausch und ziemlichen Geräuschpegel. Es hatte sich ein Gruppe von Menschen zusammengefunden, die unterschiedlichste Charaktere und Erfahrungen zusammenbrachte, auf die man im normalen Alltag nicht so ohne weiteres trifft und die ein interessantes Miteinander versprach. Nach dieser anregenden Kommunikation machte ich mich gegen 23 Uhr beschwingt und gespannt auf das, was die nächsten Tage bringen würden, auf den Heimweg.
Freitag – Tag 1
Freitagmorgen, 10 Uhr, Torstraße, Berlin-Mitte. Die Räume der PR-Agentur Agentur Schröder + Schömbs boten für meine optisch anspruchsvollen Grafikeraugen einen wunderbaren Rahmen für das Camp der Ideen: Altbau mit hohen Decken und schönen Holzdielen, geschmackvolle Wandgestaltung und ausgedehnten Platz, um sich zu verteilen. Den brauchten wir, denn in wechselnden Gruppen fand an diesem Tag intensivstes Brainstorming statt.
Projektideen generieren
Dabei ging es erst einmal darum, die Interessen, Vorlieben und Wünsche der einzelnen Personen und alle Assoziationen und Ideen dazu festzuhalten. Diese Sessions machten mir unheimlich viel Spaß. Durch die Kombination der unterschiedlichsten Erfahrungen und persönlichen Sichtweisen der Teilnehmer in den jeweils neu zusammengestellten Gruppen ergaben sich Ideen, auf die man alleine sicher nie gekommen wäre. Das kreative Potential, das dabei zutage trat, hat mich begeistert und mitgerissen.
Erst sammelten wir alles, wofür die einzelnen Teilnehmer sich persönlich interessierten und welche Trends sie bewegten, darauf basierend beschäftigten wir uns dann mit möglichen Problemfeldern, z. B. aus dem Alltag hervorgehend, mit Bedürfnissen, die im menschlichen Leben immer wieder befriedigt werden wollen und mögliche Lösungen für die gesammelten Punkte.
Mini-Session: Rechtliches
Ein interessanter und kurzweiliger Gastbeitrag eines im rechtlich weiten Feld von Web und Start-up-Gründung erfahrenen Anwalts klärte uns über die Rechtsgrundlagen und möglichen Fallstricke einer Gründung auf. Basis-Know-how, das ich, wäre ich als Start-up-Willige allein auf mich gestellt, erst hätte recherchieren müssen.
Am Ende des Tages hatten wir eine erstaunlich lange Liste an möglichen Geschäftsideen erarbeitet und diverse Teams mit gemeinsamen Interessensschwerpunkten hatten sich schon herauskristallisiert.
So aufgedreht wie ich war, ging ich nicht mit essen. Ich hätte einfach nicht stillsitzen können und auch nicht mehr reden wollen. Stattdessen ließ ich meine fantastischen Gründer-Gedanken bei einem ausgiebigem Spaziergang weiter schweifen.
Samstag – Tag 2
Unvermindert energiegeladen kam ich am Samstagmorgen in die Agentur, wo wir – vom Idea Camp (wie die darauffolgenden Tage auch) reichlich versorgt mit heissen und kalten Getränken, Studentenfutter und frischem Obst – nach einem witzigen Warm-up (das jeweils morgens und nach der Mittagspause stattfand) in den zweiten Tag starteten.
Geschäftsmodelle definieren
Nach einer Einführung in die Vorgehensweise und Schilderungen aus der Praxis durch Mitglieder des Idea Camps ging es um die Konkretisierung der Projektideen und die Definition der Geschäftsmodelle. Die für die favorisierten Geschäftsideen passenden Zielgruppen und deren Bedürfnisse wurden unter die Lupe genommen. Wir erarbeiteten die Mehrwerte, die die zukünftigen Kunden durch die neuen Geschäftsideen genießen würden und wie das Projekt zu einer Monetarisierung führen könnte.
Individuelle Betreuung
Im Verlauf des Vormittags wurde mir dann klar, dass ich viele der neu entstandenen Geschäftsideen zwar inhaltlich interessant fand, doch konnte ich mir keines als „mein Projekt“, als „mein Baby“ vorstellen, bei dem ich mich mit Herz und Seele voll hätte einbringen können. Die Vorstellung, dass ich trotz des neu gewonnenen Inputs unverrichteter Dinge und ohne eine zumindest schemenhafte Projektidee am darauffolgenden Montagmorgen ins Büro zurückkehren sollte, trieb mir fast die Tränen in die Augen. Das mag melodramatisch klingen, aber wer sich trotz diverser Bemühungen, das Gegenteil zu erreichen, in seinem Job je wie in einem Gefängnis ohne Ausweg gefühlt hat, der weiß, was ich meine.
Ich sprach mein Problem dem Idea Camp-Team gegenüber an und nach der Mittagspause nahmen mich zwei der Idea Camp-Mitglieder in einem Nebenraum beiseite. An einem riesigen Holztisch beleuchteten wir in einer Intensivsession meine Stärken und Interessen und die daraus resultierenden Möglichkeiten, eine Geschäftsidee im „One-Woman-Format“ umzusetzen. Das Ergebnis war eine Idee, bei der ich mein Faible für Literatur und Produktdesign vereinen konnte.
Rooting
Um den Prozess der Reduzierung einer Businessidee auf ihren kleinsten gemeinsamen Nenner, das Rooting, mit zu durchlaufen, schloss ich mich zunächst wieder einer der Gruppen an, bevor ich meine brandneue Idee später durch die schon zuvor durchlaufenen Prozesse führte.
Gastreferenten + Know-How
Fundierte Beiträge von den Idea Camp-Machern und von Gastreferenten, die selbst allesamt Gründer sind und über die entsprechende Erfahrung aus der Praxis verfügen, versorgten uns mit Wissen über No-Budget-Marketingmaßnahmen, PR-Strategien und SEO, die ohne oder mit minimalstem finanziellen Input umgesetzt werden können. Wie schaffe ich es, mit meiner Geschäftsidee in einem Leitartikel der Süddeutschen zu erscheinen oder in einem Beitrag im heute journal? Diese Fragen und weitere wurden explizit beantwortet. Das vermittelte Know-how hat meinen persönlichen Horizont enorm erweitert über die Möglichkeiten, die das Internet jedem Gründungswilligen bietet, ohne dass er Kredite aufnehmen, umfangreiche Businesspläne ausarbeiten und klassische, also langwierige und kostspielige Werbemaßnahmen in die Wege leiten muss. Dieses Wissen kann meiner Meinung nach authentisch und realistisch nur von Menschen vermittelt werden, die all diese Prozesse schon durchlaufen haben. Das Idea Camp ist das ideale Forum, um das zu erfahren.
Nach dem Mini-Zyklus des Rootings folgte die Skalierung auf das finale Geschäftsmodell mit breiter Kundenansprache und -gewinnung. Viele Projekte durchliefen dabei noch einmal einen Transformationsprozess, bei dem bestimmte Elemente angepasst wurden und an dessen Ende jeweils Konzepte standen, die Hand und Fuß hatten.
Sonntag – Tag 3
Der Sonntag begann nach der Warm-up Runde mit einem motivierenden und informationsreichen Vortrag dazu, wie man ein Start-up wirklich „lean“ gestaltet. Neu war für mich hier die Tatsache, dass man eine Idee durch eine bestimmte Vorgehensweise zunächst auf ihre „Geschäftstauglichkeit“ antesten kann. Aus dem Ergebnis dieses Tests ergeben sich möglicherweise nötige Schritte der Anpassung bis man sich der optimalen Umsetzung des Businesses soweit angenähert hat, dass einer finalen, von Erfolg gekrönten Realisierung nichts mehr im Wege steht. Der offene Geist und der Wille und Mut, eine ursprüngliche Idee durch gezielte Maßnahmen so zu verändern, dass sie funktioniert, ist wohl das, was alle Idea Camp-Macher und die Gastreferenten auszeichnet. Das Verlassen vorgefertigter Pfade zu propagieren, die uns die Gesellschaft vorgibt, war eines der Merkmale des Idea Camps, das mich u. a. begeistert hat, da es mir völlig neue Wege aus der „klassischen Berufstätigkeit“ aufgezeigt und die Motivation vermittelt hat, eine Idee entgegen aller – von der unwissenden Allgemeinheit, die nie dergleichen gewagt hat – gemeinhin vorausgesetzten Bedingungen umzusetzen.
Projektteams + Mentoring
Im Verlauf des Tages fanden sich feste Teams zusammen, die jeweils ein Start-up launchen wollten und alle machten sich daran, die First Critical Steps, also die ersten wichtigen Schritte, die man gehen muss, um das Unternehmen „anzustoßen“, herauszuarbeiten, sich mit den Mentoren, die über das Idea Camp-Wochenende hinaus alle Teilnehmenden betreuen würden, zu besprechen und die jeweiligen Verantwortlichkeiten innerhalb der Start-up-Teams zu verteilen. Durch die Räume floss ein Energiestrom, wie ich ihn nie im tagtäglichen Einerlei des Büroalltags erlebt habe.
Fazit
Als mein persönliches Ergebnis der Teilnahme am Camp werde ich mich jetzt daran machen, meine One-Woman-Idee umzusetzen und mich zunächst in kleinem Rahmen mit einem Start-up auszuprobieren. Wie die sympathische Frau unter den sympathischen Idea-Campern am Ende zu mir meinte: Vielleicht ist das nur das Erste in einer lange Reihe kreativer Start-ups, die mich bald unabhängig von jeglichem Job machen – und mir Zeit für die mir wichtigen Dinge im Leben geben.
Zum Abschluss meines (romanhaften) Beitrages möchte ich sagen, dass ich sehr froh bin, am Idea Camp teilgenommen zu haben. Den Machern gebührt große Anerkennung, da sie zunächst überhaupt die Idee des Idea Camps entwickelt und realisiert haben. Und auch dafür, dass sie sich immer mit konstruktiver Kritik und vorantreibendem Input in jedes Projekt eingebracht haben, uns stets als kompetenter Ansprechpartner zur Seite standen und – wie ich es empfunden habe – ohne Einschränkung ihr Wissen und ihre Gedanken zu den neuen Geschäftsideen weitergegeben haben. Der Netzwerkgedanke, der in der heutigen (Web)Geschäftswelt eine entscheidende Rolle spielt, wurde hier auf eine sehr sympathische und menschliche Weise weitergetragen. Der Einfall, anderen den Raum für die Entwicklung von innovativen Geschäftsideen zu bieten und ihnen das Handwerkszeug für die Realisierung dieser Unternehmen an die Hand zu geben, zukünftige Gründer auch nach Beendigung des Camps in Form eines Mentorings zu unterstützen (was manchmal entscheidend für die Realisierung jedweder Unternehmung ist, da man nicht sich selbst überlassen bleibt) und außerdem ein Forum zu schaffen, in dem sich vorher einander unbekannte Individuen vernetzen und unterstützen – ich finde ihn großartig.
—–Ende des Beitrages—–
P.S.: Melde Dich jetzt zum KOSTENLOSEN IDEA CAMP EMAIL KURS! an und erhalte Idea Camp Inhalte kostenlos per Email. Wie erreiche ich kostenlos tausende potentielle Kunden? Wie kann ich mein Start-Up für unter 100 Euro starten? Wie lerne ich meine persönlichen Heros kennen und wie automatisiere ich mein Business um meinen idealen Lifestyle umzusetzen.
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One Comment
Hallo zusammen,
ich fände es super wenn mehr über die entstandenen Idee/Unternehmen geschrieben würde und wie sich diese entwickelt haben.
Ich fand den Beitrag von Diana sehr interessant, würde aber gerne ein Update dazu lesen. Was war denn nun die Idee, wurde sie schon umgesetzt, ist sie erfolgreich bzw. wie lief der Aufbau ab, wo waren Probleme und wie wurden diese gelöst. Das wäre auch für andere Ideen und Unternehmen die hier im Blog vorgestellt wurden z.B. myAshram. oder Wechselbutler spannend.
Viele Grüße,
Frank