Rooting: Das magische Framework zur Unternehmensgründung innerhalb weniger Stunden

Es ist möglich, ein Unternehmen innerhalb weniger Tage oder sogar Stunden zu gründen. Durch viele – teilweise gescheiterte aber dann immer mehr erfolgreiche – Versuche haben wir mittlerweile ein Framework entwickelt, mit dem das sehr zuverlässig klappt.

Unsere Methoden sind sehr simpel und meistens haben wir nur vorhandene Prinzipien und Modelle genommen und sinnvoll kombiniert.

In diesem Artikel beschreibe ich das Framework nur ganz knapp, damit Ihr die einzelnen Schritte kennenlernt. In den nächsten Wochen werden wir aber detailliertere Artikel zu den einzelnen Phasen veröffentlichen.

Die vier Schritte des Rootings – Von der Idee zur Profitabilität in kürzester Zeit:

  1. Idee: Entwickle ein Geschäftsmodell, das Value bietet und skalierbar ist
  2. Natürlich steht am Anfang jedes erfolgreichen Start-Ups ein funktionierendes Geschäftsmodell. Ich habe noch letzte Woche eine Studentin kennengelernt, die meinte, dass sie prinzipiell gerne gründen und selbstständig sein würde, aber ihr fehle die richtige Idee.

    Der Mythos von der richtigen Idee ist wahrscheinlich die beliebteste Ausrede, die Leute von der Gründung abhält. Tatsächlich ist es aber so, dass absolut jeder Mensch so viele gute Ideen hat, das er sie nicht annähernd alle umsetzen könnte. Davon abgesehen ist die Idee bei weitem nicht der wichtigste Erfolgsfaktor eines Start-Ups.

    Oft kommt es nur darauf an, ob man die richtigen Fragen stellt. Wer Zeitung liest, bekommt beispielsweise jeden Tag eine riesige Ladung aktueller Probleme und Entwicklungen serviert. Es ist natürlich möglich, diese Informationen einfach nur aufzunehmen, ohne sich weitere Gedanken darüber zu machen. Oder aber man stellt sich beim Lesen Fragen wie “Wie könnte man dieses Problem lösen?” oder “Wie könnte man diesen Wunsch erfüllen/dieses Bedürfnis befriedigen?”

    Durch diese Art von Fragen leitet man ganz automatisch einen kreativen Denkprozess ein und es ergeben sich auf einmal neue Möglichkeiten vorhandene Ressourcen zu kombinieren.

    Zur Entwicklung des Geschäftsmodells gehört noch etwas mehr, als nur die Idee. Es ist vor allem wichtig, Mehrwert liefern und ein stimmiges Monetarisierungskonzept (auf deutsch: Wie mache ich Geld damit?) zu entwickeln.

    Aber weil ich jetzt schon befürchte, dass ich mein Versprechen, einen ganz knappen Artikel zu schreiben, nicht einhalten kann, mache ich jetzt lieber schnell mit dem nächsten Schritt weiter und schreibe mehr dazu in einem anderen Post.

  3. Mini-Zyklus: Geschäftsmodell auf die kleinste Parzelle reduzieren

  4. Ab hier beginnt die Magie. Bis jetzt haben wir nur ein Geschäftsmodell, von dem wir wissen, dass man damit eine Marge verdienen kann. Wie schaffe ich es jetzt, dass diese Marge möglichst schon Anfang nächster Woche tatsächlich auf meinem Konto ist? Und das am liebsten regelmäßig!

    Dazu specken wir das Geschäftsmodell erstmal gründlich ab und reduzieren es auf seinen innersten Kern, seine Wurzel (daher übrigens der Name des Frameworks). Damit sortiert Ihr alle unnötigen Schritte und Komponenten aus und ermittelt, was das Unternehmen unbedingt benötigt, um an den Start gehen zu können.

    Ich halte in der Regel nicht viel von Businessplänen. Wenn Ihr Kapital benötigt, kann es Sinn machen, sich einige Wochen zu nehmen, um das Konzept der Gründung detailliert aufzuschreiben. Aber wenn Ihr vor allem etwas umsetzen wollt, um Geld zu verdienen, spart Euch bitte die überflüssige Arbeit.

    Konkret bedeutet das: Überlegt Euch, welcher einfache Prozess ablaufen muss, um genau ein Mal eine Marge zu verdienen. Ein Tomatenhändler muss zum Beispiel eine Weg finden von einem Händler eine Tomate zu kaufen (Er braucht also einen Lieferanten) und diese an eine andere oder von mir aus auch dieselbe Person zu einem höheren Preis zu verkaufen (Er braucht also auch einen Kunden). Rocket Science, oder?

    Ein nicht ganz so offensichtlicher, aber trotzdem sehr einfacher Fall: Wir haben den Service “Virtual Coding Nerds” als unternehmerisches Experiment gegründet. Das Geschäftsmodell ist die klassische Umsetzung von PSD-Designs in  HTML-Code. Mini-Zyklus: Eine Person schickt uns ein Design, ein Bearbeiter leitet es weiter an einen Programmierer. Der setzt es in HTML um und schickt es zurück an den Kunden. Der Kunde bezahlt uns, wir bezahlen den “Produzenten”. Übrig bleibt eine Marge.

    Sehr überschaubar, oder? Dieser Schritt sieht trivial aus, aber er ist essentiell, um einem Geschäftsmodell die Komplexität zu nehmen und einen Weg zu finden, es sofort umzusetzen.

    Jetzt kann es weiter gehen mit der Skalierung. Dieser Schritt hat den Zweck, das Geschäft so einfach wie möglich gründen zu können, ohne damit nur ein paar Euros zu verdienen.

  5. Kritische Komponenten/Skalierung

  6. Weiter geht’s! Die zentrale Frage des dritten Schrittes ist: “Welche Komponenten sind unbedingt notwendig, um den Mini-Zyklus zu skalieren?“. Auf deutsch und etwas konkreter: Wie schaffe ich es, das Geschäftsmodell in die Praxis umzusetzen, ohne dafür viel Geld auszugeben und lange planen zu müssen? Und wie schaffe ich es meinen Mini-Zyklus in Reihe zu schalten. Jeder Mini-Zyklus spielt zum Beispiel eine Marge von 5,00 Euro ein. Was muss ich tun, damit dieser Zyklus parallel 100 oder 1000 Mal abläuft?

    Zuerst müsst Ihr Euch hierzu Gedanken zu den kritischen Komponenten machen. Bei vielen Geschäftsmodellen stammen diese vor allem aus drei Bereichen: Leistungserbringung, Marketing und Infrastruktur. Ich gehe kurz auf diese drei Bereiche ein. Haltet aber im Hinterkopf, dass diese Komponenten sich von Business zu Business unterscheiden können.

    Leistungserbringung

    Egal ob Ihr Möhren verkaufen oder eine Online-Sprachschule aufbauen wollt. Irgendjemand muss immer die Leistung erbringen oder das Produkt liefern. Bietet Ihr eine Dienstleistung an, wie zum Beispiel die “Virtual Coding Nerds”, muss jemand die eigentliche Programmierarbeit erledigen, für die der Kunde letztendlich zahlt. Und in der Regel wollt Ihr das nicht selber machen.

    Überlegt Euch also, wie Ihr die Leistung so günstig und/oder qualitativ hochwertig (je nach Marketing-Positionierung, die Ihr anstrebt) wie möglich einkaufen oder erstellen könnt.

    Marketing

    Im Zentrum des Marketings steht für uns die Positionierung des Unternehmens und der angebotenen Produkte. Auf die wichtigsten Faktoren und Fragen der Positionierung gehe ich in einem separaten Artikel ein. Wichtig ist vor allem, dass Ihr Euer Unternehmen so aufstellt und kommuniziert, dass es heraussticht und möglichen Kunden genau das bietet, was sie sich wünschen.

    Mit der richtigen Positionierung und ein bisschen Kreativität ist es nicht schwer Publicity zu bekommen (z.B. über Online- und Offline-PR, aber auch durch sofort abrufbare Methoden wie Blogmarketing, PPC oder Forenmarketing). Die beste Positionierung bringt natürlich nichts, wenn niemand Eure Website besucht und von Eurem spannenden Angebot erfährt.

    Diese beiden Faktoren sind am Anfang zentral für das Marketing. Aus den vier Marketing P’s picken wir uns hier also eine Mischung aus Promotion, Place und Product heraus.

    Infrastruktur

    Jedes Business benötigt ein bisschen Infrastruktur, damit die einzelnen Komponenten harmonisch gemeinsam funktionieren. Hierzu gehören oft eine Website, Filesharing, eine VoIP-Anlage und andere Kommunikationsmedien.

    Wie gesagt: Diese Komponenten variieren je nach Geschäftsmodell. Bei unseren Geschäftsideen hat die Unterscheidung in die drei genannten Komponenten aber oft Sinn gemacht. Ich lege mir in der Regel mit “Mind Manager” eine Mindmap an, um mir eine Übersicht der kritischen Komponenten zu verschaffen. Das geht natürlich auch von Hand und es gibt mit Sicherheit auch kostenlose Software.

  7. First Critical Steps

    Der unauffälligste aber insgeheim wichtigste Schritt: Handeln! Macht Euch direkt nach der Aufstellung der kritischen Komponenten einen konkreten Plan mit der Umsetzung. Und damit meine ich natürlich keinen Businessplan. Nehmt Euch einfach ein DIN A4-Seite und schreibt für jede Komponente auf, wie Ihr diese möglichst schnell in die Realität umsetzen könnt.

    Wenn Ihr im Team gründet, vergebt sofort Verantwortlichkeiten, damit jeder genau weiß, was er zu tun hat und keine Aufgabe liegen bleibt. Wichtig: Es geht hier um die First Critical Steps und nicht einen ausführlichen Plan über mehrere Monate oder Jahre.

    Das Ziel ist es sofort Momentum aufzubauen. Nichts ist demotiveriender als ein Gründungsprozess, der sich über mehrere Monate hinzieht, ohne dass es sichtbare Erfolge gibt. Deswegen ist es wichtig, dass die Aufgaben überschaubar sind und Ihr schnelle Erfolgserlebnisse habt.

Gründet Unternehmen!

Wir werden in den nächsten Wochen zu vielen Unterthemen noch einzelne Artikel veröffentlichen. Ich bin aber optimistisch, dass ich Euch einen ersten Einblick bieten konnte. Wenn etwas noch nicht eindeutig beschrieben ist oder Ihr einen anderen Blickwinkel auf eine der Komponenten habt, schreibt gerne einen Kommentar und ich werde Eure Fragen gerne beantworten.

Ich freue mich darauf, möglichst vielen Menschen dabei zu helfen, ein Start-Up zu gründen und finanziell unabhängig zu werden. Das ist unsere Mission mit dem Idea Camp. Wenn Euch der Artikel gefällt, klickt auf den “Like”-Button und empfehlt ihn weiter.

Alle Infos zu zukünftigen Camps findet Ihr auf unserer Hauptseite.

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  1. [...] Idea Camp Blog « Rooting: Das magische Framework zur Unternehmensgründung innerhalb weniger Stunden [...]

  2. [...] im Detail mit den Gründern entwickeln, haben wir in unserem Artikel zum Rooting Framework (http://ideacamp.de/blog/2011/07/rooting-das-magische-framework-zur-unternehmensgrundung-innerhalb-we... )noch mal etwas ausführlicher beschrieben, der auf unserem Blog zu finden [...]

  3. [...] Kröhnert vom Ideacamp erklärt den Ansatz hier im [...]

3 Comments

  1. Der Framework-Ansatz ist genau nach meinem Geschmack, v.a. der Fokus darauf, so schnell wie möglich die ersten Umsätze zu machen, anstatt in langen Businessplänen für mögliche Kapitalgeber herumzulavieren.
    Ich denke, dass diese Art ein Unternehmen aufzusetzen mittlerweile in immer mehr Bereichen möglich ist, einfach weil a) die technologische Infrastruktur (recht günstig) da ist, und b) es immer mehr Services gibt, an die man Nebenfunktionen des Unternehmens auslagern kann – Stichwort “Gründen aus Komponenten”. Wenn man heute wirklich gründen will, gibt es eigentlich kaum noch stichhaltige Ausreden mehr.
    Ich hoffe auf mehr Artikel der Art, wobei solch Sachen wie “Magie” ruhig weggelassen werden können. Das erinnert mich irgendwie zu sehr an Formulierungen der sogenannten “Internet-Marketer”.

    Posted Juli 11, 2011 at 12:19 pm | Permalink | Antworten
  2. Netter Artikel, Basti.

    In der Theorie hört sich das ja immer alles so logisch an, aber ist es das dann auch in der Praxis, dass man also tatsächlich an einem Wochenende ein Unternehmen gründen kann? Klar, ich kann mir Gedanken dazu machen, Tee zu verkaufen, aber bevor ich das bewerbe (schließlich gehört dazu ja ein Preis), muss man natürlich alles vorab klären: wer ist mein Lieferant, wer übernimmt den Versand, muss ich irgendwelche lebensmittelrechtlichen Aspekte beachten, welche rechtlichen Absicherungen sind vorzunehmen, wie soll die Bezahlung erfolgen, was ist bei Wunsch nach Rückgabe,…? Und was kostet das alles, um dann auch einen tatsächlichen Preis angeben zu können, bei dem dann auch eine vernünftige Marge bleibt?

    Kann sein, dass das alles Ausreden sind, für mich als entrepreneur in spe sind das aber alles Aspekte, die mich beschäftigen und mich dann in der Tat davon zurückhalten, ‘mein eigenes Ding’ zu gründen.

    Gruß aus Griechenland,
    David

    Posted Oktober 30, 2011 at 10:28 am | Permalink | Antworten
    • Hey,

      ich muss Basti Recht geben, beim erstem Mal wird es glaube ich nicht so einfach gehen. Bis man alle Komponenten zusammen und herausgefunden hat, welche die besten für einen sind, kann schon etwas Zeit vergehen. Ich bin auch so einer, der sich lange Gedanken macht, was jetzt am sinnvollsten ist, versuche mich aber selbst zu beherschen und einfach mal Dinge zu tun wie hier im Artikel genannt. Sicher können dadurch Fehler entstehen, aber die kann man auch wieder ausbügeln, denke ich.
      Ich fange einfach klein an und dann schaue ich was passiert, man kann nicht viel verlieren.

      Grüße aus Hamburg,

      Martin

      Posted November 1, 2011 at 12:22 pm | Permalink | Antworten

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